Zement und Beton

Zement besteht aus Kalkstein, Kreide und Ton. Diese Rohstoffe werden im Steinbruch durch Sprengen gewonnen, mit Baggern, LKW und Förderbändern zu einer Brecheranlage transportiert und dort zu Schotter zerkleinert. In Rohr- oder Wälzmühlen wird der Schotter zu Rohmehl gemahlen und in Silos gleichmäßig durchmischt.

Das Rohmehl wird danach in riesigen, rotierenden Drehrohröfen eingeblasen und auf 1.400 bis 1.450° C erhitzt. Durch die chemische Umwandlung, der so genannten Sinterung, entsteht ein neues Produkt: Der Zementklinker. Nach der Abkühlung wird der Klinker sehr fein gemahlen und in Großraumsilos gelagert.

Je nach den erforderlichen Eigenschaften des Zements werden ihm weitere Zusatzstoffe beigemischt. Das kann Gipsstein, Anhydrit, granulierte Hochofenschlacke, Trass oder Ölschieferabbrand sein. Der fertige Zement wird in Säcken verpackt oder als lose Ware mit Silofahrzeugen, Bahnwaggons oder Schiffen ausgeliefert.

Das Grundrezept für Beton ist einfach und was man für ihn braucht, das liefert die Natur: Zement aus Kalkstein und Ton, als so genannte „Zuschläge“ Sand, Kies oder Split und Wasser. Der Zement spielt dabei die entscheidende Rolle, denn er bildet zusammen mit Wasser den Zementleim, der die Zuschlagkörner verbindet und dadurch erst ein hartes Gestein entstehen lässt.

Beton ist aber nicht gleich Beton. Auf die Mischung kommt es an. Denn durch die Wahl des Zuschlags und der Struktur lassen sich die Eigenschaften des Betons den jeweiligen Anforderungen individuell und maßgerecht anpassen. Unterschiedliche Zusammensetzungen ergeben verschiedene Betonarten. Wie schwer oder leicht, druckfest oder wärmedämmend Beton jeweils sein muss, hängt davon ab, was gefordert ist: Tragfähigkeit oder Sicherheit, Wärmeschutz, Feuchteschutz, Brand- oder Schallschutz.

Das Faszinierende dabei: Beton ist im Stande, das alles zu leisten. Wenn er richtig hergestellt und verarbeitet wird. Beton ist wirtschaftlich und vielseitig. Er ist der Baustoff der kurzen Wege. Dafür sorgen ein dichtes Netz von Zement-, Beton- und Transportbetonwerken sowie die örtliche Verfügbarkeit von Zuschlägen. Mit über fünf Milliarden Kubikmetern Beton weltweit ist er wohl der meist genutzte Baustoff unserer Zeit.