Beton und Umwelt

Beim Thema Umweltschutz hat der Baustoff Beton einiges zu bieten:

Beton schluckt Lärm
Sie kennen die Lärmschutz-Wälle an den Autobahnen und Schnellstraßen. Diese Wände aus Beton sind ein bewährtes Mittel, um den Verkehrslärm von den Anwohnern fern zu halten. Mit gutem Grund hat man sich hier für den Baustoff Beton entschieden. Denn Beton ist ein hervorragender Lärmschlucker. Schon eine 15 Zentimeter dicke Betonwand mit Thermohaut verringert den Geräuschpegel um gut 50 Dezibel. Damit übertrifft Beton alle Anforderungen an den gesetzlich vorgeschriebenen Schallschutz.

Aber beim Kampf gegen den Verkehrslärm hat dieser Baustoff noch viel mehr zu bieten: Er kann den Lärm schon an seiner Quelle, das heißt im Asphalt, ersticken. Straßenlärm besteht zum größten Teil aus Schallwellen, die von den rollenden Autoreifen kommen. Dränbeton, das ist Beton mit besonders vielen Poren, kann einen großen Teil dieser Schallwellen abfangen. Die Geräuschbelästigung wird so um mehr als die Hälfte reduziert.

Darüber hinaus hat Dränbeton gegenüber anderen Asphaltsorten noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Die Hohlräume verkleben nicht in der Sommerhitze. Dadurch bleibt die Schall schluckende Wirkung erhalten und Regenwasser kann weiterhin durch die Poren versickern. Das hilft der Natur und schützt die Autofahrer vor Aquaplaning.

Beton schützt das Grundwasser
Beton sorgt dafür, dass Benzin und Öl nicht ins Grundwasser gelangen. Bei einem Stopp an der Tankstelle geht im Durchschnitt ein gutes Schnapsglas Kraftstoff verloren. Doch Benzin, Diesel und Öl dürfen nicht ins Grundwasser gelangen. Deshalb gelten für die Arbeitsbereiche von Tankstellen besondere Anforderungen: Rund um die Tanksäulen müssen beispielsweise flüssigkeitsdichte Flächen angelegt werden. Diese Schutzflächen können aus Ortbeton hergestellt oder mit neuartigen Betonpflastersystemen versiegelt werden.

Beton hält die Wohnung warm
Die Anforderungen an die eigenen vier Wände sind hoch: Im Winter sollen sie die Wärme in der Wohnung halten und im Sommer die Sonnenhitze draußen. Aber die meisten Baustoffe nehmen Hitze auf der einen Seite auf und leiten sie schnell zur anderen Seite weiter. Eine Leichtbetonwand hingegen zwingt die eintretende Wärme, auf dem Weg durch die Wand einen Zickzack-Kurs einzuschlagen. Das bedeutet, dass im Sommer die Hitze länger draußen bleibt und im Winter die Innenwärme länger gespeichert wird.

Auch Wände und Decken aus Normal-Beton können – kombiniert mit Dämmschichten – einen hervorragenden Wärmeschutz erreichen. Und Fertigteile oder Mauersteine aus Leicht- oder Porenbeton stellen selbst das exzellente Ergebnis von Fichtenholz in den Schatten. Einschichtige Außenwände aus Leichtbeton erfüllen bereits bei einer Stärke von 24 Zentimeter die Anforderungen der Wärmeschutzverordnung. Beton zeigt sich also auch hier als ein echter Energie-Einsparer.

Beton garantiert trockene Wände
Zwar ist Wasser ein Hauptbestandteil von Beton, aber im verbauten Zustand ist er nicht feuchter als andere Baustoffe. Denn bereits nach wenigen Monaten ist ein großer Teil des Wassers verdunstet. Was dann noch im Beton steckt, ist im Zement chemisch und physikalisch so fest eingelagert, dass daraus keine Feuchtigkeit mehr entweichen kann. Eine Betonwand ist damit nicht nasser als eine Wand aus einem anderen Stein. Natürlich muss man von Zeit zu Zeit lüften. Denn die Bewohner geben Feuchtigkeit an die Luft ab und die muss regelmäßig nach draußen befördert werden. Das gilt aber für jedes Haus – ob aus Beton oder nicht.

Das „atmende“ Haus, von dem manche „Baubiologen“ schwärmen, gibt es in Wirklichkeit nicht. Kein Baustoff, der für unser Klima geeignet ist, atmet. Und das ist auch gut so. Ein solcher Luftaustausch durch die Wände würde nämlich die Heizkosten in Schwindel erregende Höhen treiben. Und das ist mit Sicherheit kein wünschenswerter Effekt – weder für die Ökologie noch für den Geldbeutel.

Beton schützt vor Radioaktivität
Böden und Gesteine enthalten von Natur aus geringe Mengen an Radioaktivität. Deshalb weisen sämtliche Baustoffe, die aus natürlichen Steinen und Erden hergestellt werden, ein Minimum an Radioaktivität auf – auch Beton. Diese winzigen Dosen liegen aber weit unterhalb jedes Strahlungsrisikos. Und bei diesen ohnehin schon verschwindend kleinen Messgrößen liegt Beton im Vergleich zu anderen Baustoffen noch einmal im unteren Bereich.

Die natürliche Höhen- und Erdstrahlung unserer Umwelt ist fünfmal so radioaktiv wie Beton. Von einer Belastung durch Beton kann also keine Rede sein. Im Gegenteil: Beton schützt vor Radioaktivität. In Häusern, die eine erhöhte radioaktive Belastung durch Erdstrahlung aufweisen, bietet eine Bodenplatte aus Stahlbeton eine wirksame Abschirmung. Schließlich wird Beton auch als sicherer Schutzmantel in Kernkraftwerken eingesetzt, wo viel höhere Konzentrationen an Radioaktivität auftreten.