Keller
 
Mit oder ohne Keller? Nur die wenigsten Bauherren würden auf den Keller verzichten, um Baukosten zu sparen. Denn der Keller eignet sich hervorragend als Vorratsraum, Abstellfläche, Werkstatt, Hobby- oder Partyraum. Und Hausanschlüsse lassen sich im Keller besser einbauen als im Wohnbereich.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, baut daher mit Keller. Ein nachträglicher Einbau ist schließlich nicht möglich. Und für Kellerersatzräume wie Anbauten, Schuppen oder Fahrradboxen ist oft der Baugrund zu teuer und der Garten zu klein. Ein Keller kostet zwar mehr als eine reine Bodenplatte – etwa 350 bis 500 Euro pro Quadratmeter – aber den Mehrkosten steht ein deutlich höherer Wiederverkaufswert gegenüber.

Gemauerter Keller
Der massiv gemauerte Keller ist immer noch die meistgebaute Variante. Es ist die klassische Bauweise für den Selbstbauer, denn Kellerwände sind mit großformatigen Mauersteinen schnell und wirtschaftlich herzustellen.

In der Regel wird der gemauerte Keller mit den gleichen Wandbaustoffen hergestellt, die man auch im Obergeschoßbau verwendet.
Kellerwände aus gemauerten Betonsteinen erfüllen dabei alle Brandschutzanforderungen. Mit schweren Betonsteinen lässt sich darüber hinaus der geforderte Schallschutz problemlos erreichen.

Modulkeller
Keller können auch aus Fertigteilen, so genannten Modulen, hergestellt werden. Dabei handelt es sich um Betonelemente mit Außenwand und Bodenplatte, die fertig geliefert und vor Ort aneinandergefügt werden. Entsorgungsleitungen, Leitungsführungen für technische Installationen, Fenster- und Türöffnungen sind im Modulkeller bereits enthalten. Einige Hersteller bieten sogar komplette Kellergeschosse an.

Der Vorteil der Modulbauweise liegt in der Schnelligkeit des Aufbaus: Ein Keller kann in nur zwei Tagen entstehen. Keller aus Leichtbeton (Bims oder Blähton) haben darüber hinaus eine besonders hohe Dämmfähigkeit. Daneben kommt beim Modulkeller häufig gefügedichter Normalbeton oder Porenbeton zur Anwendung.

So entsteht ein Modulkeller :
  1. Der Bauherr legt seine Baugrube mit einer dünnen Schotterschicht plan aus.
  2. Ein Kran hebt dann ein Element nach dem anderen in die Baugrube.
  3. Die Kellermodule werden verbunden, und nach drei oder mehr Elementen steht der Keller.

Elementwand
Der Begriff Elementwand steht für ein System, bei dem zwei Fertigteilplatten mittels Gitterträger zu einem Doppelelement verbunden werden. Der verbleibende Zwischenraum wird mit Ortbeton auf der Baustelle verfüllt.

Die Elementwand bietet die Möglichkeit, auf der Baustelle mit geringem Zeitaufwand zu arbeiten, da sich der Einsatz von Schalung erübrigt. Dadurch ist es möglich, Betonwände besonders wirtschaftlich herzustellen.

Kellerlichtschächte
Stabilität und Festigkeit machen sich schon beim Einbau und der Hinterfüllung bezahlt.
Betonlichtschächte sind schon beim Transport und Einbau hart im Nehmen. Sie sind druckfest und unempfindlich gegen unterschiedliche und scharfkantige Verfüllmaterialien und verformen sich nicht. Eine hohe Verdichtung des Hinterfüllmaterials gemäß DIN 18300 bzw. VOB Teil C ist beim Einsatz von Beton-Lichtschächten problemlos möglich. Und die Montage selbst erfolgt schnell, rationell und einfach. Zeitraubende Schalarbeiten entfallen und die Oberflächen in Sichtbetonqualität können ganz nach Wunsch farbig gestrichen oder gefliest werden. Beispielsweise lässt sich mit einem weißen Anstrich der Lichteinfall zusätzlich verbessern.
Nicht umsonst von Baufachleuten bevorzugt: Die große Stabilität der Betonlichtschächte bringt Sicherheit für Planer, Bauherren und Bauunternehmer. Ein Lichtschacht muss den rauen Baustellenbedingungen gewachsen sein und wird besonders beim Hinterfüllen durch das dichte Heranfahren des Baggers, das schlagartige Verfüllen und den Einsatz von Verdichtungsgeräten extremen Belastungen ausgesetzt. Hier kommen die Vorteile der massiven Betonbauweise besonders zum Tragen.

Weiße Wanne
Wenn die Bauwerkssohle unterhalb des Grundwasserspiegels liegt, ist der Baustoff Beton besonders geeignet. Sohle und Wände des Kellers werden dann aus bewehrtem, wasserundurchlässigem Beton zu einem dichten Baukörper, einer sogenannten „Weißen Wanne“, zusammengeschlossen, die gleichzeitig die tragende und die abdichtende Funktion übernimmt. „Weiße Wannen“ benötigen keine zusätzliche Dichtung in Form einer Abdichtungshaut und sollen bei Kellern das Eindringen von Grundwasser nach innen verhindern.


Die sparsame Lösung
“Keller auf Vorrat“ heißt die Lösung für Bauherren, die sich aus finanziellen Gründen normalerweise für ein Haus ohne Keller entscheiden würden. Der Bauherr schafft sich bereits zu Baubeginn kostengünstig alle räumlichen und technischen Grundvoraussetzungen für die Anlage eines hochwertigen Kellers, ohne ihn gleich auszubauen. Die endgültige Fertigstellung erfolgt zu einem späteren, vom Bauherrn frei und nach seinen finanziellen Möglichkeiten festzulegenden Termin. Je nach Platzbedarf lässt sich ein solcher „Keller auf Vorrat“ ausbauen.

Das Bauprinzip: Nach dem Ausheben der Baugrube einschließlich der Fundamentgräben werden die Streifenfundamente vergossen und darauf die Kelleraußenwände gegründet. Anschließend wird die von Betonunterzügen, Stahlträgern oder bereits von den ersten Kellerinnenwänden gestützte Decke aufgelegt, die die Funktion einer Fundamentplatte für das Haus übernimmt. Was jedoch anmutet wie eine "Hohlraumversiegelung", beinhaltet bereits sämtliche Vorkehrungen: So weist der später auszubauende Keller einfach frei zu legende Treppenöffnungen und Aussparungen für Fenster, Türen, Rohre und Leitungen auf, die lediglich mit Porenbeton verschlossen sind. Später werden dann nach den finanziellen Möglichkeiten und dem Platzbedarf die weiteren Räume freigelegt, die Bodenplatte betoniert und die Zwischenwände hochgemauert.